Die Schattenseiten von Silvester – Teil 3/3

Sobjektiv

Die Frage der Gesundheit

Studien zufolge wurden an Silvester 2019 in mehr als 20 deutschen Städten Überschreitungen der EU-Richtlinie von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft (µg/m³) gemessen – und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält schon alles über 20 µg/m³ für gefährlich. Diese Werte werden immerhin eingeatmet: Stundenwerte von 1000µg/m³ und mehr sind in den Großstädten an Silvester keine Ausnahme mehr. Unter anderem erhöhen Feinstaubpartikel in Lunge, Bronchien & Co. das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, diverse Lungenkrankheiten (darunter auch Lungenkrebs) und verursachen auf Dauer Atembeschwerden. Teilchen mit einem Durchmesser von unter 2,5 Mikrometern könnten sogar über den Riechnerv ins Gehirn gelangen und so Intelligenz und Gedächtnis beeinträchtigen. Und nur, weil die gemessene Feinstaubbelastung in den Städten am dann 1. Januar im Tagesverlauf merklich abklingt, heißt das ja nur, dass der Stab verteilt wurde und nicht nach ein paar Stunden seine Existenz für beendet erklärte.

Vom Anfangen…

Manche Leute halten diese Feinstaubzahlen dennoch für vergleichsweise unbedenklich (vor allem aufgrund Vergleichswerten in China und dem Jahresdurchschnitt der deutschen Feinstaubproduktion – wir erinnern uns: „221.000 Tonnen – eine Zahl des Umweltbundesamts“) und pochen darauf, doch lieber erst mal beim Fliegen, Kaffeetrinken (die bösen Einwegkapseln) oder der Weihnachtsbeleuchtung einzusparen. Natürlich ist das auch wichtig, aber dazu könnte man dann auch wieder sagen: „Kreuzfahrten sind doch noch viel problematischer, genauso wie der Plastikmüll und die Wasserverschwendung. Da sollte man anfangen!“ und der Spaß geht von vorne los. Vielleicht fängt jeder einfach da an, wo er möchte, und keiner meckert mehr über die anderen? So nach dem Motto: vorleben statt missionieren. Denn sonst würden wir ja nie irgendwo anfangen.

…und Aufhören

Laut einer Umfrage von Yougov, einem internationalem Meinungsforschungsinstitut, sieht die Einstellung der Deutschen Silvester gegenüber nämlich so aus:

https://yougov.de/news/2018/12/17/die-deutschen-sind-bei-silvesterknallern-skeptisch/

Das ist doch schon mal etwas. Auch verzichten mittlerweile ein paar Supermärkte, wie EDEKA Meyer’s oder REWE Koch, auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern. In Schweden dürfen diese ab Juni 2019 nur an Personen mit Sondergenehmigung verkauft werden, in Frankreich ist Privatfeuerwerk vielerorts ganz verboten, sogar in Paris, wegen des hohen Verletzungsrisikos. Sie haben doch bestimmt schon von so etwas wie Knalltrauma gehört? Aber um zurück zum Thema zu kommen: als Alternative werden öffentliche Feuerwerke für die Allgemeinheit gezündet. Und auch in Deutschland gibt es schon kleine Verbotszonen; die deutsche Umwelthilfe fordert ein Böllerverbot für Innenstädte und plädiert ebenfalls für professionelle Feuerwerke an zentralen Plätzen. Also, es entwickelt sich; und in der Zwischenzeit werfen wir den Kaffeekapselautomaten aus dem Fenster und fahren in den nächsten Urlaub mit dem Nachtzug:).

Quellen:

  • www.umweltbundesamt.de (02.2020)
  • www.utopia.de (02.2020)
  • www.focus.de (02.2020)
  • www.t-online.de (01.2020)
  • www.vogelundnatur.de (01.2020)
  • www.liga-vogelschutz.org (01.2020)
  • www.akiv-gegen-kinderarbeit.de
  • www.tagesspiegel.de (01.2020
  • www.fokus-arztsuche.de (01.2020)
  • www.geo.de (01.2020)
  • www.yougov.de (02.2020)
  • www.statista.de (01.2020)
  • Beitragsbild: https://www.kanzleikompa.de/wp-content/uploads/2014/12/feuerwerk-maximilianpark-2010_87d80d90cab4a43f3ba19ff0f06aaab1_l.jpg

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