Lebensmittelverschwendung

Hintergrund (objektiv)

Inhalt

  • Gründe für Lebensmittelverschwendung
  • Was jeder gegen Lebensmittelverschwendung tun kann
  • aktueller Saisonkalender
  • Foodsharing

Die Weltbevölkerung wächst rasant. Im Jahr 2050 werden wir zehn Milliarden Menschen sein. Ihre Ernährung wird uns fordern.

Jedes Jahr werden rund 1,3 Milliarden Tonnen Essen weggeschmissen, während gleichzeitig ca. 821,4 Millionen Menschen auf der Welt hungern! Dabei ist es gar nicht so schwer, einen ersten Schritt in eine andere Richtung zu gehen.

Pro Kopf und Jahr landen in Deutschland ca. 55 Kilogramm Essen im Müll.

Auch wenn niemand von uns auf die Idee käme, ein Drittel seines Wocheneinkaufs direkt in den Müll zu werfen – statistisch gesehen landet genau diese Menge irgendwann ungenutzt in der Mülltonne.

In Deutschland werfen wir pro Kopf und Jahr Lebensmittel im Wert von rund 235 Euro weg.   

Gründe für Lebensmittelverschwendung

Ob nun die verschimmelte Wurst im heimischen Kühlschrank, die zu große Portion im Restaurant oder das nicht so schön anzusehende Obst: Weggeworfene Lebensmittel finden sich überall in der Kette zwischen Produktion und Endverbrauchern. Die genauen Ursachen für Lebensmittelverschwendung sind sehr vielfältig.

In der Landwirtschaft verderben Lebensmittel durch falsche Lagerung, Schädlingsbefälle, sie werden durch Unwetter zerstört oder müssen entsorgt werden, weil es nicht genügend Käufer am Markt gibt. In der Industrie entstehen die meisten Lebensmittelverluste durch Transportschäden, falsche Lagerung und technische Ursachen in der Produktion. Auch die interne Qualitätssicherung und Überproduktion tragen dazu bei. Im Groß- und Einzelhandel sorgen Kundenwünsche nach einer breiten und optisch ansprechenden Auswahl sowie Produktvorgaben dafür, dass viele Erzeugnisse durchs Raster fallen und entweder nicht verkaufsfähig sind oder liegen bleiben und entsorgt werden. In der Gastronomie ist vor allem die unkalkulierbare Nachfrage ein entscheidender Faktor, der zusammen mit falscher Lagerung, strengen Hygiene- und Produktvorschriften sowie schlecht definierten Portionsgrößen (Kantinen) für Speiseabfälle sorgt.

Was jeder gegen Lebensmittelverschwendung tun kann:

Subjektiv

1. Essen retten: Jeder kann Essen retten, schon beim Einkaufen. Eine krumme Gurke, eine Dose mit Delle, eine Mango mit Narbe. Wenn alle nur die makellosen Lebensmittel kaufen, bleibt der Rest übrig, wird schließlich aussortiert und weggeworfen. Wenn das Gekaufte sowieso für den gleichen oder kommenden Tag gedacht ist, ruhig mal bewusst zu den Produkten mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum greifen. Sie sind schließlich immer noch einwandfrei.
2. Regionaler einkaufen: Das Essen innerhalb der eigenen Region kaufen. Die Produkte sind frischer und gehaltvoller als unreif geerntete Tropenfrüchte. Eine Ananas hat wesentlich höhere Transport- und Umweltkosten als z.B. ein lokal angebauter Apfel.
3. Essen im Kühlschrank retten: Neue Lebensmittel nach hinten sortieren, ältere nach vorne, offene Konserven in Behälter aus Glas, Metall oder Kunststoff umfüllen. Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, bedeutet das nicht, dass das Produkt nicht mehr genießbar ist. Den abgelaufenen Joghurt ruhig öffnen und probieren, statt ihn ungeprüft in die Tonne werfen. In der Regel helfen Augen, Nase und Mund, um zu erkennen, ob das Produkt noch gut ist. Vorsicht aber mit dem Verbrauchsdatum von Fisch und Fleisch – diese sollten in der Regel eingehalten werden!
4. Essen teilen: Von der gestrigen Party sind noch jede Menge Reste übrig? Es ist Sonntag und es fehlen zwei Eier fürs Kuchenbacken? Über viele verschiedene Anbieter können Privatpersonen, Händler oder Produzenten überschüssige Lebensmittel kostenlos anbieten oder abholen. Alternativ kann man auch die Nachbarn ansprechen, ob sie offen sind für das Teilen von Lebensmitteln, und z.B. eine Box mit überschüssigen Lebensmitteln im Hausflur einrichten. 5. Besser schnippeln: Was landet beim Gemüseschnippeln im Abfall? Oft vielleicht mehr als nötig. Der Stiel vom Brokkoli zum Beispiel schmeckt genauso lecker wie die Röschen. 8. Haltbar machen: Was Großmutter schon konnte, kann ich auch. Einkochen rettet Obst und Gemüse vor der Tonne. Die Ergebnisse schmecken sehr gut und eignen sich auch noch gut als kleine Geschenke. Wie wäre es mit Erdbeermarmelade oder Kürbis-Chutney? 9. „Doggy Bag“ : Am Ende des Restaurantbesuchs ist der Teller noch halb voll – warum die Portion nicht mit nach Hause nehmen? Die so genannten „Doggy Bags“ sind in den USA üblicher als in Deutschland – aber das können wir ja ändern.

Saisonkalender für Obst und Gemüse:

https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/21420-thma-geo-saisonkalender>Auf dieser Seite kannst du dich umsehen und vielleicht auch etwas in deinen Alltag übernehmen oder im Supermarkt an das angesagte Obst der Saison denken.

Foodsharing

Foodsharing ist eine Internetplattform, auf der überschüssige Lebensmittel verteilt werden (in Deutschland, Österreich und der Schweiz). Getragen wird sie vom Verein foodsharing e.V. und wurde am 12. Dezember 2012 gegründet. Inzwischen wird foodsharing von über 200.000 Personen genutzt, die Lebensmittel teilen und abholen, die sonst entsorgt werden würden (sog. „Foodsharer“). Darüber hinaus organisieren sich über 40.000 ehrenamtliche Foodsaver über die Plattform: Sie holen Lebensmittel bei Händlern und Produzenten ab und verteilen diese. „foodsharing.de“ verzeichnet ca. 566 offene Regale und Kühlschränke, die sogenannten „Fair-Teiler“, an denen Lebensmittel geteilt werden können.

Wenn du willst, kannst du dir dieses Video anschauen. Es geht darin um den foodsharing-Verein, wie er funktioniert, was genau gemacht wird usw.:

https://www.youtube-nocookie.com/embed/6lJtk1XE148?rel=0

Quellen:

  • Beitragsbild: „WP_20140809_005“ by juiceofmind is licensed under CC BY-NC-SA 2.0

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