Bärtierchen

Bärtierchen sind winzig kleine Tiere, von denen die größten Arten grade mal 1.5 Millimether groß sind. Sie haben 8 Beine, sind suuuper süß und sehen aus wie lebende Staubsaugersäcke.

Außerdem sind Bärtierchen auf so viele Arten faszinierend. Z.B. haben sie Nerven, Muskeln, Augen, Zähne, Krallen und noch einiges mehr. Also das ganze tolle Zeug, was wir auch haben, nur in viel, viel, viiiiel kleiner. Man kann sich das so vorstellen, wie einen langen Urlaub, und alle haben mindestens 2 Koffer mit, außer einer, der hat nur eine Bauchtasche und da passt alles rein.

Nebenbei sind sie noch fast alles-fest: Also weltraum-, vakuum-, trockenheit-, kältefest. Wobei sie jetzt auch nicht unsterblich sind, sondern sich „nur“ verdammt gut anpassen können.

Dazu kommt noch, dass sie ein paar Fragen über die Definition von „Leben“ aufwerfen. Kennt ihr die 5 Kennzeichen der Lebendigen (Wachstum, Fortpflanzung, Reizbarkeit, Beweglichkeit und Stoffwechsel)? Wenn Bärtierchen aber in ihrem Fest-, weltraumfest, Allesfest -Zustand sind, treffen die meisten Kennzeichen nicht zu… Sind sie dann tot? Und wenn sie dann aufwachen, wieder zum Leben erweckt? Und wenn nicht, sind sie dann gestorben, während sie tot waren…?

Also ganz normale, putzige Tierchen. Und sie kommen auch in Deutschland vor, weshalb man sie auch ganz einfach mal an einem Wochenende beobachten kann. Ich habe euch eine ausführliche Anleitung geschrieben, wie das geht. Man braucht noch nicht mal ein Mikroskop, es reicht eine gute Lupe. Ich selbst hab es auch schon einmal gemacht und habe auch ein Bärtierchen gefunden. Viel Spaß beim Suchen =)

Bärtierchen beobachten:

Inhalt:
1: Bärtierchen finden
• a) Bärtierchen in der Natur finden
• b) Bärtierchen aus dem Moos holen
• c) Bärtierchen im Moorwasser finden

2: Bärtierchen unter dem Mikroskop beobachten
• a) Das Bärtierchen auf den Objektträger tun
• b) Unter dem Mikroskop beobachten

3: Nach der Beobachtung

1: Bärtierchen finden:

a) Bärtierchen in der Natur finden:

Bärtierchen leben im Moos. Am besten findet man sie in Moospolstern an Kalkstein (Mauerritzen und feuchten Dachrinnen), da sie Kalk für ihre Zähne brauchen. Im Waldmoos sind Bärtierchen selten.
Bärtierchen mögen kein schimmliges Moos, da dort Bakterien und Viren sind, die die Bärtierchen befallen könnten.
Man kann Bärtierchen auch in Moor- oder Tümpelwasser suchen, dort sind sie aber schwerer zu finden.

b) Bärtierchen aus dem Moos holen:

Ein Moospolster nehmen, das in ein Gefäß (Petrischale) passt, lockere Erdkrümel entfernen und mit der grünen Seite nach unten ins Gefäß legen. Danach füllt man Wasser in die Petrischale. Wenn das Moos vollgesaugt ist, sollte immer noch etwas Wasser am Boden sein. Daraufhin lässt man es dann mehre Stunden oder eine Nacht stehen, dabei sollte das ganze kühl bleiben. Dies soll die Trockenstarre (Anhydrobiose) der Bärtierchen beenden, sodass sie sich vom Moos lösen und ins Wasser gehen*.

*Im Trockenzustand schmiegen sich die Bärtierchen nämlich an Pflanzen, um besser geschützt zu sein (das macht es schwerer, fortgeschwemmt zu werden).

c) Bärtierchen im Mooswasser finden:

Das Moospotster aus dem Gefäß nehmen und dann am besten auf dunklem Untergrund mit seitlichem Licht (z.b. Taschenlampe) die Bärtierchen im Wasser suchen (das Moospolster sollte noch aufbewahrt werden). Für die Bärtierchensuche am besten ein Stereomikroskop mit mindestens 20-facher Vergrößerung nehmen, es geht aber auch eine Mineralogenlupe mit mindestens 10-facher Vergrößerung.
Am Anfang ist es schwierig, die Bärtierchen zu finden; außerdem kann es sein, dass gar keine Bärtierchen in der Probe sind.

Bärtierchen können rot oder transparent sein. Manche hängen sich auch an Erdkrümel oder Pflanzenteile. Außerdem strampeln sie mit ihren Armen und Beinen.

Bsp. eines strampelnden Bärtierchens
Bsp. eine Bärtierchens unter einer Lupe

2. Bärtierchen unter dem Mikroskop beobachten:

a) Das Bärtierchen auf den Objektträger tun:

Das Mooswasser kann man mit einer Pipette auf den Objektträger befördern. Man muss es sich dafür nicht vorher ansehen, man kann es aber trotzdem tun, um festzustellen, ob Bärtierchen in der Probe sind. (Mit der Lupe zu suchen und dann das gefundene Bärtierchen mit der Pinzette auf einen Objektäger zu tun klappt nicht gut, da man das Tier oft nicht erwischt.)
Bis zu einer 10fachen Vergrößerung benötigt man kein Deckglas. Danach allerdings wird ein Deckglas für ein scharfes Bild benötigt. Dabei ist zu beachten, dass man einen Abstandshalter dazwischenlegt (man kann bestimmt auch ein einen Objektträger mit Einkerbung nehmen), um das Bärtierchen nicht zu erdrücken.

Anmerkung: Bärtierchen kamen bei uns beim Beobachten nicht häufig vor. Es ist nicht sicher, ob eines in dem Wassertropfen ist. Wir haben dann gleich die ganze Petrischale unter das Mikroskop getan, was gut geklappt hat.


b) Unter dem Mikroskop beobachten

Beim Mikroskop sollte man darauf achten, dass der Objektivtisch gerade ist, damit das Wasser nicht abfließt, und dass man eine geringe Anfangsvergrößerung (ca. 3bis 5-fache) hat, um das Präparat gut zu überblicken können. Passt auf beim Umstellen der Vergrößerung, sodass sich das Wasser nicht bewegt und das Bärtierchen weg ist!

Nun steht einer Bärtierchen-Beobachtung nichts mehr im Wege.

3. Nach der Beobachtung:

Da die Tierchen noch leben, sollte man sie nicht in den Abfluss kippen, das würde sie umbringen. Man könnte sie im Wald aussetzen; was aber auch geht, ist, dass man sie zurück ins Moos legt und das Moos eintrocknen lässt. Die Bärtierchen würden in ihren Trockenzustand gehen und man könnte sie so aufbewahren und mit Wasser wieder aufwecken.*

*Ich hab nur gelesen, dass das geht; nicht wie genau, wie man das macht oder ob man etwas beachten muss.

Quellen:

  • https://baertierchen.de/tardigrada.html
  • https://baertierchen.de/jun2002.html
  • http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/16/bio/tardigrada/tardigrada.vlu/Page/vsc/de/ch/
  • 16/bio/tardigrada/tardigrada_exponat.vscml.html
  • https://baertierchen.de/tardigrada.html
  • https://www.biologie-seite.de/Biologie/B%C3%A4rtierchen
  • https://www.wissen.de/baertierchen-die-unzerstoerbaren-winzlinge
  • Beitragsbild: „Tardigrada“ by Fernando Carezzano is marked with CC0 1.0
  • Bärtierchenbild: ©Martin Mach von https://baertierchen.de/impressum.html
  • Bärtierchenviedeo: ©Martin Mach von https://baertierchen.de/main.html

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