Henriette hatte im Jugendclub Westside direkt neben unserer Schule nachgefragt. Nun darf die Gruppe während der Projektwoche die helle und große Küche nutzen.
Auf meine Frage, ob wir, ein paar Leute von der Schülerzeitungsgruppe reinschneien dürfen, begrüßt sie uns freundlich und erklärt uns, was hier passiert. Nämlich wie der Name der Projektgruppe sagt, machen sie Dinge selber, zum Beispiel Hafermilch und Kerzen aus Resten von alten Kerzen.
Gerade schmelzen in hohen Glasflaschen drei Farben Wachs und ich erkundige mich, wie sie dieses schöne Lila hinbekommen hätten. Dafür gäbe es noch ein paar Extra-Wachsstifte.
Inzwischen ist das Wachs geschmolzen und alle Mädchen der Gruppe (ihr „Pate“ Herr Kratochwil hält sich dezent im Hintergrund) kreisen um den Küchenplatz und tauchen ihre Dochte immer wieder ins flüssige Wachs. Eine geduldige und auch lustige Prozession. Und schöne Geschenke zum Osterfest werden es auch.
Zwei Tage später besuche ich die Gruppe noch einmal. ich unterhalte mich mit Clara D. und Lotte P. Ich will wissen, wie sie Nachhaltigkeit verstehen. Die Antwort: Dinge lange gebrauchen, Klamotten weiterschenken, second hand einkaufen, Seifenspender nachfüllen. Sie verschenke viel auch an ihre Geschwister, ihr Kleiderschrank sei übersichtlich. Ich nehme es Clara ab.
In der Zwischenzeit sind neue kreative Dinge entstanden, Ostereier wurden bemalt und Kerzen in Klopapierformen gegossen.
Warum nachhaltig handeln? Schon um Kosten zu sparen, meint Henriette.
Die drei Leiterinnen sehen etwas müde aus. Henriette antwortet spontan. Ja, es sei schon anstrengend, eine Gruppe zu leiten und immer wieder neu zu motivieren. Sie hätte einen relativ engen Plan gehabt und könne es vielleicht auch etwas lockerer angehen.
Rezept Hafermilch (von Inga D.)
- 1 l Wasser
- 100g zarte Haferflocken
Erst pürieren, dann durch ein Handtuch ausquetschen.
Süß mit Honig oder mit Salz.
Mit geschmolzener Schokolade auch als heiße Schokolade empfehlenswert. (Tipp von Charlotte)



